Einige Zeit lang habe ich für ein Punkfanzine geschrieben. Mein letzter Text befasste sich mit dem Thema „Grauzone“. Gemeinhin werden damit Bands und Personen bezeichnet, die zwar in linken Strukturen agieren, gleichzeitig jedoch für Personen und Veranstaltungen offen sind, die als rechts(extrem) identifiziert werden.
Das Thema ist schon alleine deshalb komplex, weil es keine Definition davon gibt, wo „Grauzone“ eigentlich anfängt. In den Gesprächen ergab sich ein Stadt/Landgefälle, was den Umgang mit problematischen Publikum angeht. Im urbanen Raum herrscht tendentiell z.B. deutlich weniger Toleranz gegenüber bestimmten Bandshirts als im ländlichen Raum.
Das betrifft natürlich nicht nur Bands, sondern auch Teile des Publikums. Der Artikel sollte sich nicht irgendwelche „Red Flags“ oder Bands aufzählen, die ein No-Go sind. Vielmehr sollte sich das Ganze mit der Perspektive derjenigen auseinandersetzen, die Konzerte veranstalten und mit Leuten konfrontiert sind, die ihrer Ansicht nach in den Bereich „Grauzone“ fallen. Also, wie gehen die Leute mit der Grauzone um, die einen pädagogischen Auftrag haben? Welche Strategien gibt es im Umgang mit solchen Menschen? Wo wird diskutiert und wo gibt es nichts zu besprechen?
Ich veröffentliche den Text hier so, wie ich ihn eingereicht habe, im Faszien selber findet sich eine redaktionell geänderte Form.
Ich freue mich ausdrücklich über Eure Meinung zu dem Thema. Nutzt dazu gerne die Kommentarfunktion.
Here we go
Oh toll, ein Artikel über Grauzone – und dann auch noch hier. Wer hier jetzt eine Aufzählung verdächtiger Bands erwartet, über die man sich dann aufregen kann, den muss ich leider enttäuschen.
Hier soll es vielmehr darum gehen, wie und ob man mit Leuten umgehen kann oder soll, die den Club, das AJZ oder ein Konzert besuchen wollen und die man dem „Graubereich“ zuordnen würde.
Ja, was denn jetzt?
Was genau diese ominöse „Grauzone“ ist, liegt dabei im Auge der Betrachtenden und soll hier gar nicht so eine große Rolle spielen.
Im Vorfeld habe ich mich mit verschiedenen Leuten unterhalten, die Konzerte veranstalten oder in Jugendzentren tätig sind. Zunächst habe ich festgestellt, dass es ein deutliches Stadt-Land-Gefälle zu geben scheint, was die Sensibilität bezüglich bestimmter Bands und Codes angeht.
In Städten wie Hamburg oder Berlin gibt es einfach Szenen, die groß genug sind, um sich exklusiv aufzustellen. In ländlichen Regionen sieht das oft anders aus: Da gibt es dann einen gemeinsamen Nenner, z. B. eine grundsätzliche antifaschistische Einstellung. Was bestimmte Musikvorlieben, Sprachcodes etc. angeht, ergibt sich mangels Masse an Leuten eine größere „erzwungene“ Toleranz.
„Auf dem Land ist das tatsächlich etwas schwer. Ich würde jetzt jemanden, der mit einem Niki einer bestimmten Band vor mir steht, nicht vom Konzert ausschließen, sondern denken: Scheiß Musikgeschmack.“
Schlaffke kennen die meisten als Zwakkelmann. Dass er als Sozialpädagoge einen Jugendtreff leitet, wissen vermutlich weniger Leute. Grauzone beginnt für ihn „vielleicht dort, wo ich merke, dass Kinder oder Jugendliche Aussagen oder Inhalte tätigen, die abwertend oder ausgrenzend wirken, auch wenn ihnen die Tragweite oft nicht bewusst ist. Das können bestimmte Musikvorlieben oder einzelne Sprüche sein.“
Pudding wiederum ist Sozialarbeiter und in vielen Projekten der emanzipatorischen Jugendarbeit tätig. Die Alte Spitzenfabrik in Grimma bei Leipzig kennen einige von euch aus einer der letzten Ausgaben des Plastic Bomb.
Wo beginnt für dich Grauzone?
Pudding „Ich glaube, wenn eine Band ganz klar mit Nazi-Bands zusammenspielt oder in solchen Kontexten auftritt, dann würde ich da gar kein Konzert veranstalten. Damit schließt du bestimmte Leute von vornherein aus.
Wenn man das eher auf das Publikum bezieht, wird es komplizierter. Bei uns ist es zum Beispiel so, dass wir viele Leute kennen, die zu den Konzerten kommen. Und bei manchen weiß man eben: Die gehen auch mal auf fragwürdige Konzerte oder hören Bands, die problematisch sind. Aber tief im Inneren teilen sie diese Einstellungen nicht – sie finden einfach die Musik gut.“
Wie siehst du in dem Zusammenhang den Begriff der „Grauzone“?
Der ist auch schwierig. Es gibt ja Bands, die als Grauzone gelten, bei denen man sagen muss: Die haben vielleicht irgendwann einfach ein paar falsche Entscheidungen getroffen. Zum Beispiel haben sie auf einem Konzert gespielt, auf dem auch zweifelhafte Bands aufgetreten sind. So entsteht dieser Grauzonen-Begriff in meiner Wahrnehmung.
Dann gibt es aber auch Bands, denen es schlicht egal ist, mit wem sie spielen. Und das ist natürlich problematisch.
Passiert das deiner Erfahrung nach eher bewusst oder eher aus Unwissenheit?
Tatsächlich häufig aus Unwissenheit. Gerade bei jungen Bands, die Musik machen wollen, fehlt oft das Bewusstsein für die Dimension solcher Entscheidungen. Die rutschen da eher rein, ohne dass sie das unbedingt wollen.
Das hat auch viel mit dem Stadt-Land-Gefälle zu tun. In der Stadt hätten diese Bands oft ganz andere Möglichkeiten und würden gar nicht in solche Zusammenhänge geraten. Aber wenn du irgendwo auf dem Land bist und einfach spielen willst, nimmst du vielleicht ein Angebot an, ohne genau zu wissen, wer das organisiert.
Dann gibt es irgendwelche Leute, die ein Konzert aufziehen, und da spielen dann verschiedene Bands – darunter eben auch welche mit zweifelhaftem Hintergrund. Und so landet man schnell in einem Kontext, in dem man eigentlich gar nicht sein wollte.
Wie häufig kommt so etwas vor?
Das ist tatsächlich schon öfter vorgekommen, zumindest in meiner Erfahrung. Gerade bei Nachwuchsbands, die einfach auftreten wollen, passiert das relativ schnell, dass sie auf solchen Konzerten landen, wo dann auch zwiespältige Bands oder Bandmitglieder dabei sind.
Jule lehrt an einer Hochschule Soziale Arbeit und forscht zum Thema Rechtsextremismus. Vorher hat sie viele Jahre Rechtsextreme bei ihrem Ausstieg aus der rechten Szene begleitet.
Was bedeutet für dich Grauzone?
Der Begriff „Grauzone“ ist aus meiner Sicht analytisch hilfreich, aber zugleich problematisch. Er beschreibt die Schwierigkeit, klare Grenzen zu ziehen – gerade im musikalischen Kontext, wo politische Botschaften oft uneindeutig sind und dennoch Anschlussfähigkeit an rechte Szenen herstellen können.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Begriff entlastend wirkt und problematische Inhalte relativiert werden. Zwischen jugendlichem Protest und ideologischer Verfestigung gibt es viele Zwischenstufen.
Ich verstehe „Grauzone“ daher weniger als feste Kategorie, sondern als Prozessraum, in dem Aushandlungen stattfinden – mit der Möglichkeit von Anschluss, aber auch Irritation. Für die Praxis heißt das: genau hinschauen, Kontexte berücksichtigen und weder dramatisieren noch verharmlosen.
Kannst du das konkretisieren, was du damit meinst?
„Grauzone“ ist kein harmloser Zwischenbereich, sondern ein Feld politischer Ambivalenzen. Zugehörigkeit entsteht hier oft über Stil, Habitus und Szenecodes statt über klare politische Positionierungen. In der Oi!- und Skinheadszene begegnet man etwa Akteur*innen, die sich als „unpolitisch“ verstehen, sich aber nicht klar von rassistischen oder extrem rechten Bezügen abgrenzen.
Das Problem ist weniger eindeutige Ideologie als vielmehr Anschlussfähigkeit: Gemeinsame Ästhetiken, Codes und personelle Überschneidungen können dazu führen, dass menschenfeindliche Positionen mitlaufen, ohne offen benannt zu werden.
Deshalb greifen sowohl pauschale Ausgrenzung als auch naive Offenheit zu kurz. Sinnvoll sind klare Mindeststandards, politische Grenzziehungen und Zugänge über glaubwürdige Akteur*innen aus der Szene. Beispiele wie das Conne Island zeigen, dass eine konsequente, kritische Auseinandersetzung funktionieren kann – ohne Verharmlosung und mit klaren antifaschistischen Standards.
Warum sich mit diesen Leuten überhaupt auseinandersetzen?
Ein Blick in die sozialen Medien, insbesondere auf TikTok, macht deutlich, dass sich viele junge Menschen als rechts darstellen. OOTDs mit 90er-Boneheadästhetik und Lip-Syncs zu Rechtsrock fluten TikTok geradezu. Jugendstudien attestieren jungen Menschen immer häufiger ein sehr konservatives Weltbild; je nach Studienlage bezeichnen sich ca. 20 % der 14- bis 19-Jährigen selbst als rechts.
Diese Gruppe als „Kernnazis“ abzustempeln, wäre zu einfach. Die allermeisten Jugendlichen haben (noch) kein geschlossenes Weltbild. Ihnen pauschal den Zugang zu Jugendzentren, Clubs oder Konzerten zu verweigern, wird dazu führen, dass sie andere Angebote wahrnehmen. Eine Sozialarbeiterin erzählte mir einmal, dass nahezu das gesamte Angebot für Kinder und Jugendliche in ihrem Ort von „Die Heimat“, früher NPD, organisiert wird.
Das heißt: Die Jugendlichen, die wir aus dem JUZ werfen, hocken nicht auf der Straße und reflektieren ihre Einstellung, sondern bekommen Angebote von rechtsextremen Protagonist*innen, die ihre Radikalisierung vorantreiben.
Wann liegt ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild vor?
Jule: „Das lässt sich gar nicht so eindeutig festmachen, wie man vielleicht erwarten würde. Provokant gesagt: Es gibt keinen klaren Punkt, an dem man sagen kann: ‚Ab hier ist es eindeutig rechtsextrem.‘ Vielmehr hängt die Einschätzung immer auch vom eigenen Begriffsverständnis ab.
Gerade in der pädagogischen Praxis ist das eine große Herausforderung. Ein geschlossenes rechtes Weltbild zeigt sich selten plötzlich und vollständig ausgeprägt, sondern entwickelt sich oft schrittweise.
Hinweise können sich etwa darin zeigen, dass menschenfeindliche Aussagen nicht nur situativ geäußert, sondern zunehmend verfestigt und miteinander verknüpft werden – etwa wenn rassistische, antisemitische oder homophobe Positionen kombiniert werden mit starkem Nationalismus, der Vorstellung einer homogenen „Volksgemeinschaft“ oder der Ablehnung demokratischer Grundwerte.
Hinzu kommt, dass sich rechte Ideologien verändert haben. Sie treten heute oft weniger offen radikal auf, sondern knüpfen an alltagsnahe Diskurse an – etwa über „Meinungsfreiheit“, „Leitkultur“ oder vermeintliche Bedrohungen durch Migration. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen rechtspopulistischen und eindeutig rechtsextremen Positionen zunehmend.“
Nazis im JUZ?
Konzerte und Jugendzentren sollen Safe Spaces für die Besucher*innen darstellen. Und wenn Leute auftauchen, die z. B. ein bestimmtes Shirt tragen, sorgt das in der Regel dafür, dass sich insbesondere marginalisierte Gruppen unwohl fühlen.
Je nachdem, wie die Location organisiert ist, kann die Reaktion einfach oder kompliziert ausfallen. Ein komplett selbstverwaltetes AJZ oder ein kommerziell betriebener Club kann einfach festlegen, dass bestimmte Personengruppen oder Leute mit bestimmten Klamotten keinen Zutritt erhalten.
Schwierig wird es, wenn ein gemeinnütziger Verein hinter der Location steht. Hier kann den Veranstalter*innen ihre Gemeinnützigkeit auf die Füße fallen. Rechtlich betrachtet dürfen gemeinnützige Vereine keine Personengruppen ausschließen. Rock für Demokratie: ja. Rock gegen Partei XY: könnte Ärger geben.
Politisch darf sich ein gemeinnütziger Verein zudem nur betätigen, wenn die Äußerungen der Satzung entsprechen. Vor einiger Zeit hatte ein Fußballverein Ärger, weil er sich an Protesten gegen rechts beteiligt hat.
Wenn das JUZ staatliche Unterstützung bekommt, geht das in der Regel mit einem pädagogischen Konzept einher, das inklusiv gestaltet sein muss. Hier ist es gar nicht so einfach, pauschal Leute auszuschließen.
Was tun?
Schlaffke: „Im Alltag suche ich immer zuerst das Gespräch. Ich frage nach, höre zu und versuche, gemeinsam mit den Jugendlichen ins Nachdenken zu kommen. Gleichzeitig ziehe ich klare Grenzen: Rassistische oder beleidigende Aussagen sind ein No-Go. Wenn Regeln dauerhaft missachtet werden, müssen auch Konsequenzen folgen – im äußersten Fall ein Hausverbot.“
Pudding: „Wir versuchen erst mal, mit den Leuten zu reden – im Idealfall mit allen Beteiligten. Solange sich niemand danebenbenimmt, eskaliert das in der Regel nicht.
Wenn jemand sagt, dass ihn etwas stark stört, versuchen wir zu vermitteln. Manchmal funktioniert das, manchmal nicht. Früher kam das häufiger vor, inzwischen ist das kaum noch ein Thema.
Wenn doch mal jemand kommt – zum Beispiel ein Jugendlicher mit einem problematischen Band-Shirt –, sprechen wir die Person an und bitten sie, das zu überziehen oder auszuziehen. Manche machen das tatsächlich und verhalten sich dann auch völlig unauffällig. In solchen Fällen finde ich es legitim, sie reinzulassen.
Wenn keine Gesprächsbereitschaft da ist, kommen diese Leute auch nicht rein. Das merkt man ziemlich schnell.“
Spiel nicht vor den Schmuddelkindern?
Wie sollte man als Band damit umgehen, wenn man gebucht wird und feststellt, dass eine Venue zweifelhafte Bands auftreten lässt oder das Publikum einen schwierigen Ruf hat?
Sollte man in solchen Fällen konsequent absagen? Zieht man die Grenze bei bestimmten Clubs? Oder entscheidet man sich, bewusst genau dorthin zu gehen, wo es weh tut und vor Leuten aufzutreten, die nicht ohnehin Teil der eigenen Szene sind.
Wenn wir ehrlich sind, predigen viele Bands vor Gläubigen und erreichen oft Menschen, die ohnehin derselben Meinung sind. Insofern stellt sich durchaus die Frage, ob es nicht sinnvoller oder sogar notwendiger ist, gezielt dort aufzutreten, wo das Publikum eben nicht geschlossen die eigene Haltung teilt.
Wie würdest du das aus Perspektive von Bands bewerten? Also zum Beispiel: Eine Band spielt auf einem Festival, auf dem auch problematische Acts auftreten – positioniert sich dort aber klar gegen rechts. Ist das dann schon „Grauzone“ oder noch eine klare Haltung?
Pudding: „Genau das ist die spannende Frage. Wenn ich als Band auf so einem Festival spiele und dort klar Stellung beziehe – etwa indem ich mich deutlich gegen Nazis positioniere –, bin ich dann Teil der Grauzone oder eben gerade nicht? Gerade junge Bands wissen oft gar nicht, in welchem Kontext sie da auftreten. Das ist ein großes Thema.
Es kommt stark darauf an, wie klar diese Positionierung ist. Ich erinnere mich da an Gespräche mit Tom von der Band Angst. Die sagen ganz bewusst: Wir spielen auch auf Black-Metal-Festivals, machen dort aber eine unmissverständliche antifaschistische Ansage – weil es dort sonst kaum solche Stimmen gibt.“
Gibt es Unterschiede zwischen den Szenen?
„Ja, auf jeden Fall. Ich glaube, in Bereichen wie Punk, Hardcore oder Oi! ist das mittlerweile relativ ausdifferenziert. Da gibt es weniger Überschneidungen, und viele Festivals oder Locations haben eine klare Haltung.
In anderen Genres – etwa im Black Metal, im Folk oder im Darkwave – ist das deutlich komplizierter. Dort ist es oft relevanter und gleichzeitig schwieriger, sich klar antifaschistisch zu positionieren. Denn das kann im Zweifel bedeuten, dass man gar nicht erst eingeladen wird. Veranstalter haben dort häufig Angst, ihr Publikum zu verlieren.“
Wie ist da dein Eindruck speziell im Black-Metal-Bereich?
„Da ist das schon ziemlich krass. Antifaschistische Bands sind dort klar in der Minderheit. Die Mehrheit positioniert sich gar nicht politisch und will ‚einfach nur Musik machen‘. Gleichzeitig gibt es aber auch einen nicht kleinen Teil, der offen problematisch ist – bis hin zu klar rechten Bands.“
Siehst du Parallelen zu anderen Genres?
„Ja, zum Beispiel im Deutschrock. Da wird sich oft als ‚unpolitisch‘ inszeniert, aber in den Texten findet man dann doch bestimmte Muster – etwa ein ausgeprägtes Männlichkeitsbild oder andere problematische Codes. Das wird dann auch nach außen getragen.“
Fazit? Naja
Wo Grauzone beginnt, was noch OK ist und wo die Grenze zum Rechtsextremismus überschritten ist, ist nirgendwo definiert und hat viel mit dem Szeneumfeld, in dem sich ein Club oder ein Jugendzentrum befindet.
Als Veranstalter*in, Venue oder Band muss man sich gut überlegen, ob und wie man mit den Besucher*innen und Bands umgeht, die sich im Graubereich bewegen.
Ein Punkrockclub ist keine Jugendhilfeeinrichtung und eine Konzertgruppe im AJZ ist in allererster Linie ihrem Publikum verpflichtet und nicht irgendeinem pädagogischen Konzept. Gleichzeitig müssen wir uns darüber im Klaren werden, dass sich die Faschos gerade auf dem Land über jede*n Jugendliche*n freuen, den wir wegen eines falschen Shirts nicht reinlassen.
Auf der anderen Seite braucht niemand halbgare Statements von Bands, die sich nur da positionieren, wo es dem Geldbeutel oder dem eigenen Publikum nicht schmerzt.
Eigentlich der richtige Zeitpunkt für gute Projekte, die über rechtsextremistische Einflussnahmen insbesondere auf Jugendliche aufklären und Gegenangebote formulieren. Das haben blöderweise auch die Schlümpfe mitbekommen und torpedieren Demokratieprojekte, Konzertgruppen und emanzipatorische Projekte mit allen Mitteln. Gern zusammen mit der CDU, die unter ihrem Obereiermann den Bereich der politischen Bildung zusammenstreicht.
Punk war schon immer DIY, vielleicht gilt das auch für politische Bildung und den Kampf um Jugendliche, die noch nicht wissen, wo hin mit sich. Und Antifa war sowieso schon immer Handarbeit.
Jule: „Ein einfaches „Nazis raus“ greift zu kurz – genauso wie ein naives „alle sind willkommen“. Die Auseinandersetzung mit der sogenannten Grauzone zeigt vor allem eins: Realität ist widersprüchlich, kontextabhängig und oft unbequemer, als es klare Parolen zulassen.
